Wie alles begann....

Interview mit dem 1. Gründungsvorstand der KLJB Evenhausen Spagl Georg

 

WANN WURDE DIE KLJB GEGRÜNDET UND WIE KAM SIE ZUSTANDE?

1951 wurde auf Initiative des Wasserburger Kaplans Paul Mooshuber und dem Surer Pfarrer Christoph Schwarz eine Gründungsversammlung der Katholischen Landjugend beim Wirt in Kirchensur einberufen. Zu dieser Zeit gab es in Evenhausen nur den Schützenverein und die Feuerwehr, aber ein Verein oder eine entsprechende Gruppe für die jungen Leute der Pfarrei fehlte. Deshalb beschloss man eine Kath. Landjugend sowohl in Evenhausen, als auch in Kirchensur zu gründen. Bei der Gründungsversammlung waren alle Jugendlichen der Pfarrei eingeladen, sowie alle Interessierten. Publik wurde diese Versammlung über die Verkündigung in der Kirche. Nach einigem Zögern und Drängen wurde für die neu gegründete KLJB Evenhausen der 18-jährige Georg Spagl aus Evenhausen und für die KLJB Kirchensur Franz Löw aus Feichten gewählt. Ab diesem Tag gab es nun die Katholische Landjugend, die vor allem durch die Unterstützung des Jugendseelsorgers Paul Mooshuber ihren Anfang nahm.

 

WIE VIELE MITGLIEDER HATTE DIE KLJB EVENHAUSEN ZUR ANFANGSZEIT UND WO KAMEN DIESE HER?

Zu Beginn der Landjugend Evenhausen zählten sich in etwa 20 junge Leute zum Verein, die aus allen Orten kamen, die zur Pfarrei gehörten.
Diese Jugendlichen mussten auch zu dieser Zeit schon einen Mitgliedsbeitrag leisten, von dem in etwa Dreiviertel an die Kreisstelle Wasserburg ging, die der Jugendseelsorger und Mooshuber leitete. Der Rest des Beitrages ging in die Vereinskasse.

 

WO WAR DER TREFFPUNKT DER NEU GEGRÜNDETEN LANDJUGEND?

Die jungen Leute der Pfarrei hatten keinen eigenen Raum, deshalb trafen sie sich einfach bei jemandem daheim, meist in der Stube beim Spagl Georg, um auszumachen, was es in der nächsten Zeit zu tun gab.

 

WELCHE AKTIVITÄTEN WURDEN VON DER LANDJUGEND AUSGEFÜHRT?

Die Hauptaktivitäten bzw. Veranstaltungen der KLJB waren das Organisieren von Vorträgen und Tanzabenden. Die Kreisstelle schlug verschiedene Vortragthemen vor, aus denen nun die Ortsgruppe diejenigen auswählen konnte, für die sie sich interessierten. Diese Vorträge fanden dann beim Wirt in Evenhausen statt, zu denen sowohl Alt, als auch Jung eingeladen waren. Ein Vortragsthema, das sehr großen Anklang fand trug das Thema „Politik verdirbt den Charakter“, erinnert sich der Gründungsvorstand. Des Weiteren wurden auch Vergnügunsaktivitäten durchgeführt, wie z. B. eine Fahrzeugweihe, ein Leistungspflügen oder Geschicklichkeitsfahrten mit den Bulldogs. Dabei bestanden die Schwierigkeiten beispielsweise darin, während der Bulldogfahrt mit dem Mund möglichst viele Würstl von einer höher hängenden Leine zu erwischen oder auch mit einem Basketball in den Korb zu treffen. Aber auch durch Übungen an einer Leiter-Wippe und vieles mehr konnten die Jugendlichen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.
Die Höhepunkte des Jahres stellten die Tanzveranstaltungen dar, zu denen alle Landjugendgruppen aus den umliegenden Ortschaften eingeladen wurden. Damit es aber auch jede KLJB wusste, fuhren die jungen Leute der Ortsgruppe Evenhausen mit ihren Rollern und Motorrädern viele Kilometer, um in den Nachbarorten wie Babensham, Eiselfing, Griesstätt, Schonstett, Amerang und Kirchensur ihre selbst gemalten und beschrifteten Plakate aufzuhängen.
Zu den Tanzabenden, die beim Wirt in Evenhausen stattfanden, spielte eine Musikgruppe, wie z. B. die Schlagersterne, so Georg Spagl, die von dem Eintrittsgeld, das zwischen 50 Pfennige und einer Mark betrug, bezahlt wurde. Auch die GEMA musste über den Eintritt finanziert werden. Ging ein Abend mal nicht „em ume“, hat man den Rest aus der Vereinskasse bezahlt. Aber nicht nur die KLJB Gruppe vor Ort organisierte verschiedene Freizeitaktivitäten, auch die Kreisstelle lud zu verschiedenen Ausflügen ein, zu denen gleich zwei Busse fuhren, um die Jugendlichen aus den umliegenden Orten einzusammeln. In sehr guter Erinnerung blieb hierzu dem Gründungsvorstand die zwei-tägige Fahrt in den Bayerischen Wald, da sie dort den Geburtstag vom Mooshuber gefeiert haben, den sie dazu gleich in aller Herrgottsfrüh aus dem Bett jodelten.
Die Veranstaltungen der Landjugend fanden vorwiegend im Winter statt, da im Sommer die jungen Leute größtenteils auf dem Hof und in der Landwirtschaft mithelfen mussten und für verschiedene Aktivitäten keine Zeit war.

 

ÜBERNAHM DIE LANDJUGEND AUCH KIRCHLICHE AUFGABEN?

Bei den großen Feiertagen und kirchlichen Prozessionen ging die KLJB mit ihrem Banner mit.
Damit die Jugendlichen überhaupt ein Vereinsbanner anfertigen lassen konnten, wurde in der Kirche gesammelt und so kam es dann, organisiert von der Kreisstelle, zur Fahnenstickerei.
Dieses fertige Banner, auf dem das Landjugend Symbol, ein Kreuz und ein Pflug abgebildet, waren, wurde dann in einem festlichen Gottesdienst geweiht.